Telefonbetrug: Rentner verlieren 50.000 Euro

Polizei Darmstadt/Dieburg

Über einen Zeitraum von etwa zweieinhalb Jahren haben die Betrüger immer wieder bei den Senioren angerufen.

Unter den verschiedensten Vorwänden haben sie das Ehepaar zu den Überweisungen bewegt. Die Rentner waren dabei immer im Glauben, ihr Geld wieder zurück zu bekommen. Im Laufe der Zeit ging allerdings nicht nur Ihr Erspartes drauf, sie haben sogar einen Kredit aufnehmen müssen, um die Überweisungen tätigen zu können. Erst als sie sich am Dienstag (25.08.2015) erneut Geld bei der Bank leihen wollten, vertrauten sie sich einem Mitarbeiter an und der Schwindel flog auf.

Anfang 2013 erhielt die mittlerweile 78-jährige Frau einen Anruf in dem ihr die Teilnahme an Gewinnspielen angeboten wurde. Im Laufe des Gesprächs nannte die Rentnerin personenbezogene Daten, ihre Telefonnummer und ihre Bankverbindung. In diesem Zusammenhang erhielt das Paar auch eine Zahlungsaufforderung, der sie allerdings nicht nachkamen.

Sofort wurde auch schriftlich Widerspruch eingelegt. Eigentlich war die Sache für das Ehepaar damit erledigt.

Doch etwa ein halbes Jahr später kam ein Anruf, in dem der Frau mitgeteilt wurde, dass die Gewinnspielgesellschaft ihre Daten weitergegeben habe und sie somit automatisch an weiteren Gewinnspielen teilgenommen habe. Hierdurch seien entsprechende Kosten entstanden. Mit dem Anruf war auch die erste Zahlungsaufforderung verbunden. Sollte das Ehepaar nicht binnen 14 Tagen die "Rechnung" beglichen haben, würde sich Polizei und Gericht mit der Sache befassen. Eingeschüchtert veranlasste das Ehepaar die erste Überweisung ins Ausland.

Über die folgenden zwei Jahre häuften sich diese Anrufe und die Geschädigten wurden mit hohen Geldforderungen in Zusammenhang mit weiteren Gewinnspielen konfrontiert. Sollten sie nicht überweisen, wurde mit weiteren hohen Kosten und Justiz sowie Polizei gedroht. Rund 15 Überweisungen von über 1.000,- Euro haben die Täter so erlangt. Dem aber noch nicht genug. Dem Erfindungsreichtum der Betrüger war noch kein Ende gesetzt. Ende 2014 rief plötzlich ein angeblicher Polizeibeamte aus Berlin an und sicherte Hilfe zu. Auch angebliche Staatsanwälte und Richter meldeten sich bei dem Ehepaar.

Alle wollten angeblich nur eins: Dem Ehepaar helfen. Doch diese Hilfe hatte wieder einen Haken: Für die Ermittlungen im Ausland sollten die Rentner bezahlen. Nur so können sie ihr Geld zurückerhalten. Gutgläubig folgten erneute Zahlungen. Letztendlich meldete sich Anfang 2015 ein angeblicher Beamte des Bundeskriminalamtes am Telefon und teilte dem Ehepaar mit, dass es auf Betrüger reingefallen sei. Diese seien jetzt aber überführt und befänden sich in der Türkei im Gefängnis.

Dem angeblichen Beamten wurde Glauben geschenkt und es erfolgte die ersehnte Hoffnung, dass man jetzt sein Geld tatsächlich zurückbekommt. Doch weit gefehlt. Auch dieses Mal war ein Schwindler am Telefon, der einen Vorschuss für seine Bemühungen in der Türkei forderte. Aber nicht nur das. Der Anrufer forderte das Ehepaar auch auf, alle Unterlagen zu verbrennen, dass sie nicht in falsche Hände gelangen. Im Glauben, ihr Geld jetzt endlich zurückzubekommen, folgte das Ehepaar den Anweisungen und leistete allein im August diesen Jahres Zahlungen im Wert von über 15.000,- Euro in die Türkei.

Das Betrugskommissariat (K23) der Kriminalpolizei in Darmstadt hat die Ermittlungen zu den bislang unbekannten Tätern übernommen.

Polizei Hessen
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