Alzenau, Kreis Aschaffenburg.

Mutmaßliches Rennen endet mit Totalschaden an Leitplanke - Polizei sucht Zeugen

Polizei Unterfranken


Bilderserie: Ralf Hettler


Mutmaßliches Rennen endet mit Totalschaden an Leitplanke - Fahrer leicht verletzt - zweiter Rennteilnehmer und weitere Zeugen gesucht

Alzenau, Kreis Aschaffenburg. Ein mutmaßliches Autorennen zwischen zwei hochmotorisierten  Audi endete am Mittwochabend gegen 18.45 Uhr auf der A 45 bei Alzenau an der Leitplanke. Einer der Fahrer, ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Miltenberg, wurde dabei leicht verletzt.Nach Zeugenberichten fuhren kurz vor dem Unfall ein Audi R 8 mit Ingolstädter Kennzeichen und ein weiteres - in etwa baugleiches Fahrzeug - an der Auffahrt Mainhausen auf die A 45 in Richtung Hanau auf. Dabei beschleunigten beide Fahrer stark und wechselten mehrfach den Fahrstreifen, um sich zu überholen und anschließend gegenseitig wieder auszubremsen. Auf unbeteiligte Verkehrsteilnehmer erweckte das Fahrverhalten den Eindruck, dass die beiden Audi sich ein Rennen lieferten.

Vorsorglich hielten die Zeugen deshalb zu ihnen einen gebührenden Abstand ein. Mit vermutetem Tempo jenseits der 200 km/h rasten die Pkw seitlich leicht versetzt nebeneinander in Richtung Norden. Kurz vor der Ausfahrt Alzenau-Mitte näherten sie sich einem auf dem rechten Fahrstreifen fahrenden Silozug aus dem Kreis Mayen-Koblenz. Der Zug war unbeladen, am Steuer saß ein 57-jähriger Kraftfahrer aus dem Landkreis Miltenberg.
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Bei der Annäherung an den Sattelzug gelang es dem rechts fahrenden 25-Jährigen mit seinem geliehenen Audi nicht, dem Zug nach links auszuweichen, weil links neben ihm sein mutmaßlicher Kontrahent fuhr. Dieser war offensichtlich nicht bereit, ihn überwechseln zu lassen. Bei gleichbleibend hoher Geschwindigkeit beider Fahrzeuge wurde die Lücke zwischen dem links fahrenden Audi und dem Sattelzug für den rechts fahrenden Audi immer kleiner.

Dieser fuhr schließlich mit hoher Wucht auf das linke Heck des Siloaufliegers auf. Dadurch wurde der Pkw herumgeschleudert und prallte gegen die Mittelleitplanke. Anschließend kam er nach rechts, drehte sich und krachte mehrfach gegen die Außenleitplanke. Mit Totalschaden kam der Audi auf dem Standstreifen zum Stehen. Der Lkw-Fahrer konnte seinen Zug gefahrlos auf dem Standstreifen anhalten.

Der Fahrer des zweiten Audi fuhr ohne Kollision unerkannt mit hohem Tempo weiter. Wie durch ein Wunder kam der verunfallte Audifahrer nur mit relativ leichten Verletzungen davon.

Kräfte des Rettungsdienstes transportierten ihn ins Kreiskrankenhaus nach Wasserlos. Aufgrund seines Fahrstils kommt auf ihn ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs zu. Das Wrack des Audi musste geborgen und abgeschleppt werden. Zum Einsatz kamen vor Ort auch Kräfte der Feuerwehr. Sie sicherten die Unfallstelle ab, räumten das großflächige Trümmerfeld von der Fahrbahn und machten den nicht mehr fahrbereiten Sattelzug soweit wieder flott, dass er zum nächsten Parkplatz weiterfahren konnte.

Dort organisierte anschließend der Fahrzeughalter die weitere Not-Reparatur. Die Schadenshöhe beläuft sich auf etwa 111.000 Euro. Beschädigt wurde bei dem Unfall auch ein Pkw Opel mit Frankfurter Kennzeichen, der von einer 23-Jährigen aus Aschaffenburg gesteuert wurde. Sie konnte unmittelbar nach dem Aufprall des Audi auf den Zug den umherfliegenden Fahrzeugtrümmern nicht mehr ausweichen und fuhr darüber. Dadurch kam es zu einem Schaden am Unterboden des Pkw. Er blieb fahrbereit. An der Unfallstelle waren der Stand- und der rechte Fahrstreifen bis gegen 20.30 Uhr gesperrt.

Der Verkehr wurde einspurig über den linken Fahrstreifen vorbeigeleitet. Es kam zu einem Rückstau von etwa 4 Kilometern Länge. Zur vollständigen Klärung des Sachverhaltes ist die Autobahnpolizei dringend auf weitere Zeugenaussagen angewiesen. Dabei werden insbesondere Hinweise auf den flüchtigen zweiten Audi benötigt. Wer hierzu Angaben machen kann, wird gebeten, sich unter Telefon 06021/857-2430 zu melden.

Ungeprüfte Originalmeldung der Polizei Unterfranken
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