23-Jähriger fährt anschließend betrunken und ohne Führerschein Auto

Eigene Wohnung angezündet – Zwei Bewohner gerade noch rechtzeitig gerettet

Zwei Bewohner des Hauses wurden nur dank zwei vorbildlich handelnder Helfer vor den Flammen gerettet. Der Sachschaden dürfte sich auf ca. 50.000 Euro belaufen.
 
Gegen 06.00 Uhr war am Dienstagmorgen ein Autofahrer auf das Feuer am Lebersberg aufmerksam geworden. Der Mann setzte sofort einen Notruf ab und versuchte dann gemeinsam mit einem Nachbarn die Flammen zu löschen, was jedoch nicht gelang. Die Männer brachen dann zunächst die Türe zu der Wohnung auf, in der das Feuer ausgebrochen war. Es stellte sich heraus, dass sich der Bewohner offenbar kurz zuvor mit seinem Auto aus dem Staub gemacht hatte.
 
Dann gingen die Helfer noch zur Wohnung des Vermieters, um das Ehepaar zu warnen. Der Mann und die Frau schliefen jedoch so fest, dass sie das Klingeln nicht hörten. Erst auf lautes Klopfen hin wurden die Leute wach. Die Helfer und das Ehepaar kamen dann noch rechtzeitig ins Freie.
 
In der Zwischenzeit waren neben der Polizei auch die Feuerwehren aus Estenfeld und Kürnach mit etwa 40 Mann eingetroffen, die das Feuer nach einiger Zeit unter Kontrolle hatten. Allerdings war das Wohn- und Schlafzimmer der Einliegerwohnung komplett ausgebrannt. Auch die Wohnung der Vermieter und das Treppenhaus waren durch Rauch und Ruß in Mitleidenschaft gezogen worden.
 
Die weiteren Ermittlungen übernahm in der Folge die Kriminalpolizei Würzburg. Schnell stellte sich heraus, dass der Brand im Schlafzimmer ausgebrochen war. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt hatten sich erste Hinweise darauf ergeben, dass das Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen war.
 
Nach dem Hinweis, dass der Bewohner der ausgebrannten Wohnung mit dem Auto weggefahren war, wurde eine Fahndung eingeleitet. Um die Mittagszeit wurden die Beamten in einer Gemeinde im Landkreis Kitzingen fündig. An seinem Auto, das der 23-Jährige in der Garage seines Großvaters abgestellt hatte, entdeckten die Polizisten einen frischen Unfallschaden im Frontbereich. Den Tatverdächtigten holten die Beamten schließlich aus dem Bett in der Wohnung der Eltern. So ganz freiwillig wollte der Mann aber nicht zur Polizeidienststelle mitkommen. Es bedurfte unmittelbaren Zwangs, bis der Beschuldigte im Dienstfahrzeug saß.
 
Der 23-Jährige brachte es acht Stunden nach dem Feuer bei einem Alcotest noch immer auf einen Wert von knapp über 0.8 Promille. Aus diesem Grund wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Die folgenden Stunden verbrachte der Festgenommene in einer Arrestzelle der Polizei. In seiner Vernehmung legte der junge Mann dann ein Geständnis ab. Er gab zu, sein Bett angezündet und anschließend seine Wohnung verlassen zu haben. Ein Motiv für sein Handeln konnte der Beschuldigte nicht nennen.
 
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde der 23-Jährige am Mittwochnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Nach Erlass eines Haftbefehls erfolgte die Einlieferung in eine Justizvollzugsanstalt. Gegen den Beschuldigten läuft jetzt ein Ermittlungsverfahren u.a. wegen schwerer Brandstiftung, Trunkenheit im Verkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, unerlaubten Entfernens vom Unfallort sowie wegen Verstößen nach dem Pflichtversicherungsgesetz und der Abgabenordnung.
 
Bislang haben die Ermittler allerdings die Unfallstelle noch nicht ausfindig machen können, an der es zu dem Frontschaden am BMW des 23-Jährigen gekommen ist. Nicht auszuschließen ist, dass das Auto auf der Fahrt von Estenfeld in Richtung Oberschwarzach gegen einen Begrenzungspfosten geprallt ist. Natürlich ist auch ein Zusammenstoß mit einem abgestellten Pkw nicht auszuschließen. Personen, die irgendwelche Beschädigungen festgestellt haben, die von einem Unfall mit dem BMW herrühren könnten, werden gebeten, sich unter Tel. 0931/457-1732 bei der Kripo Würzburg zu melden. <b> <i> Originalmeldung der Polizei Unterfranken </i></b>
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